Offensichtlich scheint sich zur Zeit was zu ändern, in der ITK-Branche, in der Businesswelt, bei Verbrauchern, aber auch in der Presselandschaft. Sicherlich hat jeder schon festgestellt, dass in den letzten Jahren einige interessante Firmen aus dem Nichts aufgetaucht sind. Interessant bedeutet hier i.W. auch: die Firmen sind erfolgreich, die Firmen machen gute Umsätze und die Firmen verdienen Geld.

Wir brauchen auf der Zeitachse nicht allzuweit zurückzugehen um die Geburtstage solch interessanter Firmen zu erreichen: nehmen wir zum Beispiel Microsoft (gegründet im Jahr 1975) oder Apple (gegründet im Jahr 1976) oder die SAP (oops, das ist ja hier der Senior, mit seinen fast 40 Jahren, gegründet im Jahr 1972) oder einfach nur Google (der Teenager unter den Firmen, gegründet im Jahr 1998).

Offensichtlich scheint sich zur Zeit etwas zu ändern, den enige der Firmen im vergleichsweise jugendlichen Alter sind gerade dabei, vom “Guten” zum “Bösen” zu mutieren – wollen uns jedenfalls einige Mitglieder der Presse- und Mediengilde glauben machen.

manager magazin 4/10Microsoft ist schon ein bisschen länger böse, weil es für alle Softwarepakete aus seiner Produktion Geld verlangt. Google ist gerade dabei böse zu werden, weil es mit seiner Ihr-könnt-fast-alles-gratis-haben-Mentalität “unsere Wirtschaft bedroht” (Zitat manager magazin, 4/2010). Apple wird auch gerade böse! Hat es doch die Welt der Musik (genauer: die Welt des Musikvertriebs) durcheinandergewirbelt und sich erfrecht, mit modernem und zeitgemäßem Angebot, die Platzhirsche beim Ausnehmen ihrer Kunden zu stören. Vollkommen erstaunt scheinen manche darüber zu sein, dass der Interessent, der Konsument, der Kunde das auch noch annimmt!

Zugegeben, ich übertreibe ein bisschen. Aber in diese Richtung argumentiert das “manager magazin” in seiner Ausgabe 4/2010 schon, wenn es titelt: “Im Griff der Giganten. Wie Apple, Google und Microsoft unsere Wirschaft bedrohen“. Klar, böse sind nur die anderen (Firmen aus den USA). Die SAP, zum Beispiel, kommt in dem Artikel etwas besser weg. Die Firma ist nicht böse, sondern die SAP hat Angst und vermutlich auch kein langfristig tragfähiges Businesskonzept, vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Marktes. Meint das manager magazin. Offensichtlich passt bei den Walldorfern das Geschäftsmodell schon seit ein paar Tagen nicht mehr. Und mit etwas Neuem (BBD, oder mit der Langbezeichnung “Business Bydesign“) kommt die SAP ewig nicht in die Gänge. Schon seit Jahren nicht. Könnte ja sein, dass sie es tatsächlich nicht können?!

Den deutschen Firmen fällt tatsächlich ganz offensichtlich garnichts ein, attestiert das manager magazing einigen unter ihnen. Zitat: “Ob SAP oder Telekom: Viele deutsche Konzerne eint das Problem, dass ihr Geschäftsmodell weniger auf neuen, pfiffigen Produkten als auf der Verteidigung einmal erlangter Marktmacht beruht.”. Klar, wer so satt ist, wird zum Besitzstandswahrer und nicht zum Innovator.

Sie merken schon, dass was oben (und im manager magazin) als “böse” bezeichnet wird ist mit “erfolgreich” zu überstzen. Das was im mm-Artikel den bösen Firmen als Verfehlung vorgeworfen wird, lernt der BWL-Student im Grundstudium, dass es so zu machen ist, um eine Firma erfolgreich sein zu lassen.

Dass die Großen da scheinbar keine Ahnung davon haben, wundert mich, die Unis lehren es ja. Es bleibt zu hoffen, dass der mm-Artikel den ein oder anderen Entscheidern in den betreffenden Firmen in die Hände  fällt. Wenn dann noch etwas aus dem Artikel verstanden und gelernt wird, könnte es klappen mit dem Paradigmenwechsel! Vermutlich.

Ihr Prof. J. Anton Illik

PS: Ihr Kommentar zum Thema ist willkommen.

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