Stuttgart (Teil 5). Fazit bisher: Um virtuelle Teams effektiv und effizient arbeiten zu lassen, brauchen wir – nicht nur, aber eben auch – entsprechendend unterstützende IT-Systeme und Werkzeuge. Wir werden im Folgenden zwischen Kooperation und Kollaboration unterscheiden.

Kooperation wird im Allgemeinen als Synonym für “Zusammenarbeit” verwendet. Um im Rahmen einer Zusammenarbeit ein gemeinsames Ziel (also z.B. ein gemeinsames Produkt, eine gemeinsame Dienstleistung, usw.) zu erreichen, bedarf es erfahrungsgemäß einer gewissen Koordination, also einer Abstimmung, damit das Ziel durch eine harmonische Zusammenarbeit erreicht wird.

Kollaboration ist im deutschen Sprachgebrauch (noch) überwiegend negativ besetzt. Laut dem konservativen Duden [DU09] bedeutet Kollaboration: “gegen die Interessen des eigenen Landes gerichtete Zusammenarbeit”. Im englichen Sprachgebrauch ist dieser Begriff nicht negativ besetzt. Wir schließen uns der letztgenannten Haltung an und verstehen Kollaboration als weniger oder garnicht koordinierte Zusammenarbeit, im Vergleich zur Kooperation, die wir als stärker koordinierte Zusammenarbeit verstehen.

Kooperation = Kollaboration + Koordination

Traditionelle Groupware (z.B. IBM Lotus Notes) unterstützt in aller Regel die Kollaboration. Projektmanagement-Software (z.B. Microsoft Project) und auch CRM-Software geht in Richtung Kooperation (gemeinsame Realisierung von Prozessen innerhalb des Marketing- und Vertriebsteams), oder Supply-Chain-Management-Systeme (gemeinsame Realisierung von Wertschöpfungsprozessen innerhalb der unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette).

Kollaborationswerkzeuge

Grad und Umfang der Koordination variieren zwischen den einzelnen Systemen. Bei Groupware-Systemen mit schwachen Koordinationskomponenten kann man deshalb von Kollaborationssystemen sprechen. Von Projektmanagementsystemen wird man eine stärkere Koordinationskraft erwarten, wir bezeichnen sie deshalb als Kooperationssysteme. Ob reale Projektmanagmentsoftware das tatsächlich leistet, ist natürlich eine andere Frage.

Kooperationswerkzeuge

Diese Trennung ist zunächst rein akademisch, aber für die Kategorisierung der Software hilfreich. Im Zentrum von reinen Kollaborationssystemen, wie z.B. Groupware, steht schwerpunktmäßig das Team und die Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern. Im Zentrum von Kooperationssystemen, wie z.B. Projektmanagement-Systemen, stehen unter anderem auch Werkzeuge (z.B. Netzplantechnik) zur Lösung projektspezifischer Aufgaben, wie z.B. die Ermittlung kritischer Pfade, usw. Nach oben ist die Skala der sinnvollen Werkzeuge offen: auch Workflow und Prozesskontrolle passen bestens in die Kooperationssoftware.

Literatur:

[DU09] Duden – Deutsches Universalwörterbuch: „Kollaboration“; Stand: 03. Febraur 2009

Ihr Prof. J. Anton Illik PS:

Ihr Kommentar zum Thema ist willkommen.

PPS: Der Blogpost basiert auf der Studie “Online Collaboration” der Ambit Informatik Ltd, Stuttgart. Die Studie steht bei XinXii XinXii.com title= zum Download bereit.

Die aktuelle  Ausgabe 2010 der Studie hat 70 Seiten, kostet 130,-€ zzgl. MwSt und ist erhältlich durch Bestellung per eMail an: stuttgart@ambit.de; Subject “Online Collaboration 2010″.

[Valid RSS]

Enterprise meets Future ist eingetragene Handelsmarke der Ambit Informatik Ltd.

Enterprise meets Future bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark